Die Grünen abzulehnen ist auch schon irgendwie abgelutscht!

Die Grünen abzulehnen ist auch schon irgendwie abgelutscht!

Wien wählt. Unter anderem. Und wie sooft in diesem Zusammenhang tritt flugs das Geeiere derer ein, die sich eine menschenfreundliche, umweltbewusste und weltoffene Stadt wünschen – the so called „potentielle GrünwählerInnen“. Die nämlich suchen und finden sich immer wieder gerne einen Grund, diese ihre Partei, die die einzige darstellt, die dem rechten Rabaukentum und roten Machtrausch in Wien entgegenhält, NICHT zu wählen.

Die gefühlte Unzahl derer, die in Online-Foren posten, dass sie einst grün wählten, aber „diesmal nicht dazu im Stande sind“, lässt die Vermutung aufkeimen, dass die Grünen offensichtlich irgendwann mal bei allen Ö-Wahlen über eine absolute Mehrheit verfügt haben müssten.

Noch mehr stoßen mir die wahrgenommenen Begründungen auf: Eva Glawischnig zu viel in den Seitenblicken und zu schick gekleidet. Zu wenig radikal. Zu radikal. Zu wenig aktionistisch. Zu aktionistisch. Und und und. Der Klassiker in diesem Zusammenhang natürlich: Die Grünen sind zu bürgerlich. Und natürlich auch: Die Grünen sind zu wenig bürgerlich. Und, ganz klar: die falsche Partei mit dem richtigen Programm.

Kinder, legt eure Befindlichkeiten mal kurz auf die Seite und schauts, wer was konkret in Wien MACHT und nicht, wann und wo welcheR Nicht-Oderschon-AktionistIn wie gekleidet ist. Ihr müsst euch ja nicht in Maria Vassilakou verlieben, um die von euch gewünschten Veränderungen in Wien mitanzutreiben.

Aktuelles Futter für das Gejammer derer, die angeblich so gerne grün wählen würden, es aber wieder einmal nicht schaffen: Die Abspaltungen und teilweise ÖVP-Rückkehr-Aktionen einiger zukünftiger Ex-Grünen in zwei Wiener Bezirken. Da kandidiert halt jetzt irgendwer unter dem Label „Echt grün“. Na und? Bei anderen Parteien gibt’s solche Ex- und Echt-Listen immer wieder. Es geht darum, Wien zu verändern, und nicht um läppische Gekränktheiten irgendwelcher Bezirksheinis und –henrietten. Gut in diesem Zusammenhang die Worte von Helge Fahrnberger: “Was bleibt, ist das Drama der öffentlichen Wahrnehmung. Statt über Rückeroberung des öffentlichen Raumes, über neue Straßenbahnen, Verbot der Automatenabzocke, neue Radhighways, Förderung von Gebäudedämmung, innerstädtisches Roadpricing oder beachtliche grüne Erfolge reden alle über ein paar Bezirksräte in zwei Bezirken.

Dass es auch Menschen gibt, die die Grünen nicht wählen wollen, können und werden, versteht sich. Aber euch „potentiellen GrünwählerInnen“ da draußen sei gesagt: Grün wählen ist babyleicht, ihr müsst es nur tun.

Foto via Flickr (CC-Lizenz) von 96dpi

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