Steht auf, wenn ihr Rote seid! Raus aus der Fekter-Koalition!

Steht auf, wenn ihr Rote seid! Raus aus der Fekter-Koalition!

Neben den hitzig diskutierten grünen Luftballons mengten sich in die Genug-Ist-Genug-Demo letzten Donnerstag in Wien auch immer wieder SPÖ- und SJ-Fahnen. Gut, die SJ scheint generell ein wenig dehnbar zu sein (superlinks und SPÖ-Jubel in Institutionsunion), wie ich es hier schon mal ausgeführt habe.

Aber die SPÖ? Ist das nicht die SeniorPartnerin der Fekter-Koalition. Die geht auch gegen die Regierung, gegen diese Asyl- und Einwanderungspolitik auf die Straße? Die schreit auch auf – gegen sich selbst?

Heute lese ich auf kurier.at, dass Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) in der heutigen ORF-Pressestunde “so etwas wie eine Wiedergutmachung für die kosovarische Flüchtlingsfamilie Zogaj” fordert. “Selten seien so viele Fehler gemacht worden, wie im Fall Zogaj” und “Wieso soll man dann nicht gerade gut integrierte Leute hierlassen?”

Unterschreibe ich, wie immer wieder vieles von Prammer und anderen Kräften in der SPÖ. Aber dieses Getue, als wäre diese Koalition mit der Fekter-ÖVP ein Naturgesetz, aus dem die Sozialdemokratie nicht herauskommt, widert mich massiv an. Was ist das eigentlich für eine Partei? In Grundsatzdiskussionen Menschenrecht, Weltoffenheit und Solidarität heraushängen lassen und gleichzeitig die Steigbügelhalterin für Fekter & Co abliefern? Das geht sich nicht aus.

Ich sehe ein: Koalitionen brauchen Kompromisse, die manchmal den eigenen Zugängen einen kleinen Knacks bescheren. Aber bei Fragen des Menschenrechts, des grundsätzlichen Miteinanders statt hetzerischen Gegeneinanders hört sich die Kiste auf. Zumindest bei mir. Ich glaube dieser Partei (speziell in Wahlkämpfen) kein Wort mehr. Es sei denn, die aufmüpfigen Roten (von der BezirkszetterlverteilerIn bis zur Nationalratspräsidentin) stehen endlich auf und sagen: Nein, nicht mit dieser ÖVP, nicht mit Fekter, nicht so!

Es scheint unumgänglich, dass sich bundesweit zwei Blöcke (ähnlich wie in Deutschland) zur Wahl stellen. Entweder ein menschenfreundlicher Ansatz mit (einer neuen) SPÖ und den Grünen. Oder Hetze, AngstmacherInnenpolitik und Kleinkastldenken mit ÖVP und sämtlichen Blau/Orange-Grüppchen. Kann sein, dass sich die ÖsterreicherInnen für zweiteres entscheiden. Aber dann könnte auch die SPÖ (endlich wieder) glaubhaft (!) entgegentreten, politische Ansätze vermitteln und Alternativen bieten, die ihrem Wahlkampfgelabber und – wie ich denke – auch ihrer ureigenen Ideologie entsprächen.

Header-Foto von Beate Firlinger via Flickr (CC-Lizenz)

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