Gestern fand in Wien die Demonstration “Genug Ist Genug” statt. Wichtig, richtig, gut. Extrem schnell aufgezogen, extrem vielseitig unterstützt von Menschen aus Kultur & Co und: extrem un-partei-politisch. Dachte ich.

Klar, dass bei einer derartigen Demo auch sämtliche Parteien aus dem Umfeld Links bis Liberal ihre Grüppchen hinschicken, vielleicht da und dort einen Stand machen oder ähnliches. Das passt auch. Diese Parteien sind vor allem auch deshalb wichtig, weil sie ihre eigenen Leute gut mobilisieren können, und demnach im Vorfeld einer solchen Demonstration gut gebraucht werden. Alles leiwand!
Was aber gar nicht geht: Sich vorort auf den Protest-Event drauf setzen, quasi Wahlwerbung an Ort und Stelle. Pfui gack!
Ich habe geglaubt mich prackt’s um, als ich gestern am Ballhausplatz angekommen bin. Der ganze Platz voll Menschen (super!), der ganze Platz voll Luftballons der Grünen Wien (scheiße!). Und ich war nicht der einzige, dem das aufgestoßen ist. Immer wieder und überall wurde gemurrt über diese unappetitliche Vereinnahmung einer derart wichtigen Veranstaltung.
Und das durch eine Partei, deren Inhalte ich derzeit für die einzig wichtigen, und deren Angebot ich derzeit für das einzig richtige halte. Aber dieses Vorgehen gestern, liebe grüne FreundInnen, war wirklich widerlich und kontraproduktiv. Schämt euch!
PS.: Die Grünen Wien tun ja generell extrem gerne Luftballons aufblasen und herschenken. Bei jeder Veranstaltung. Kommt das eigentlich gut, wenn Grüne Plastik verschenken? Oder übersehe ich da etwas?
Update, 04.07.2010
Zur besseren Veranschaulichung ein Foto von kellerabteil via Flickr (CC-Lizenz)
Mehr Fotos in seinem Flickr-Album “GENUG ist GENUG”



Genau das habe ich mir gestern beim Bilderanschauen auch gedacht. Bei uns in Linz ist das erfreulicherweise noch ned so schlimm.
Deine Kritik ist schon berechtigt, möchte aber meinen Eindruck auch noch anbringen.
Es gab dort nur die SPÖ und die Grünen, wobei die SPÖ praktisch gegen sich selbst auf die Straße ging und die SJ sich als Fahnenschwinger benutzen ließ. Die Grünen machten das was sie auch Abseits von großen Events machen.
Von den Grünen zu verlangen, ausgerechnet dann sich unsichtbar zu machen, wenn es um ihre Themen geht, ist zuviel verlangt.
Wolfgang hat recht: leider kümmern sich unter den Parteien nur die Grünen (samt einer hartnäckigen roten Minderheit) um solche Themen – warum sollten sie da nicht präsent sein? Zumal die Leute ja niemand gezwungen hat, massenhaft mit den Ballonen herumzulaufen. Sehr vielen Anwesenden war es anscheinend ein Bedürfnis, ihren Protest mit einem Bekenntnis zu grün zu verbinden. Seh nicht ganz, was daran so schlimm sein soll. Was meinst du mit kontraproduktiv?
Ich war leider zu diesem Zeitpunkt nicht in Wien, habe aber einen ZIB-Beitrag über die Demo gesehen. Was soll ich sagen? Genau diese Luftballone sind mir als erstes aufgefallen. Man kann es den Grünen, die in Wien mitten im Wahlkampf stehen, nicht ankreiden. Aber für Nicht-Grün-Wähler hätte es ein etwas dezenteres Auftreten dieser Partei auch getan. Es ist ja ohnehin ein offenes Geheimnis, dass viele potentielle Mitdemonstranten von dem links-linken Charakter und/oder eindeutigen Parteifärbungen mancher Demos abgeschreckt werden (ohne hier jemandem etwas unterstellen oder zu nahe treten zu wollen).
Lieber Franz-Joseph ich bin ganz bei dir. Hab die Demo am Livestream verfolgt und war mehr als genervt von den grünen Luftballons. Ich bin grünes Mitglied und versteh schon, daß in Wien bald Wahlen sind und alle rennen um zu gewinnen. Aber ich finde man sollte wissen, wann etwas anderes als das eigene Ziel im Vordergrund steht. Manchmal ist weniger mehr.
Freut mich, Sonja dass du den Livestream geschaut hast ;) WienTV.org nehm ich an.
Wie gesagt, ich finde es zu viel verlangt, dass sich die Grünen bei grünen Themen verstecken sollen.
ja, das sehe ich auch so. die grünen sind die einzige partei, die sich hier eindeutig für menschenrechte und für personengruppen und einzelpersonen engagieren, die stigmatisiert und verfolgt werden.
ja, das sehe ich ähnlich. die beteiligung von spö gruppen und spö nahen gruppen bei einer solchen kundgebung hat anteile von hohn. die partei ist mitorganisatorin dieser entwicklungen, mitverantwortlich für abschiebungen, menschenrechtsverletzungen und pauschale stigmatisierung.
eine ambivalente geschichte, dass dann rote funktionär_innen hier zeichen setzen. und “gott sei dank” tun sie es und setzen ein zeichen nicht nur vor ort sondern auch gegenüber ihrer eigenen partei oder organisation, wo dieses engagement immer mehr ins hintertreffen gerät und die personen mit widerstandsfähigkeit gegen chauvinistisch-rassistische ideologien in die minderheit.
ja, das sehe ich genauso, für grünwähler_innen hätte es ein dezenteres auftreten auch getan. ich würde sagen, ein höflicheres auftreten. das war nicht nur unangenehm, übertrieben und ungeschickt, es war geschmacklos. niemand verlangt ein “sich unsichtbar machen”. hunderte grüne ballons sind aber kein sichtbar machen.
und ich finde nicht, dass diese unhölichkeit dadurch gemildert wird, dass all diese luftballone bereitwillig von menschen gehalten wurden. ich finde es freilich der erwähnung wert! eigentlich fände ich es höflich, wenn es erwähnt worden wäre ;-)
va. aber auch, ja, ich finde nicht, dass f.j. in seinem p.s. etwas übersieht.
Dem stimme ich zu, lieber Franz Joseph.
Wir standen direkt vor der Gasflasche der Grünen. Als sie dann bei der ergreifenden Rede von Frau Jelinek immer noch akkustisch stark gestört haben, hat ein Bekannter sie darauf hingewiesen, worauf sie kurz Ruhe gegeben haben. Es war wirklich kaum zu verstehen, was auf der Bühne gesagt wurde, während sie unzählig viele Ballons zischend und quietschend aufgeblasen haben. Als ich dann einen der Grünen auf die Problematik “Erdöl-Müll dank Grüner” (in BP Farbe ;) angesprochen habe, hat mir dieser recht freundlich erklärt, dass diese aus Kautschuk hergestellt wären, also quasi Kondome aufblasen werden würden. Er fände das dennoch ökologisch problematisch, aber es wäre die kostengünstigste Variante der Werbung. Beides, die Reaktion die Gasflasche kurz abzudrehen und die freundliche Erklärung kam bei mir Unparteiischem gut an. Nicht jedoch diese unglaubliche Vereinnahmung einer Veranstaltung, die nicht wenige im 2.0 als vom geschätzten Herrn Misik initiiert und nicht nur unparteiisch sondern vielmehr MENSCHLICH verstanden wurde. Eben nicht dumpfes Parteiengeschwätz sondern wir Menschen streten für unsere Mitmenschen und insbesondere für uns ein. Dass die ballon-haltenden Leute damit Symphatie gegenüber den Grünen zeigen, wage ich stark zu bezweifeln. Es hätten auch weiss-rot-schwarz-braun-lila Gestreifte sein können, ihre Hauptabnehmer -die Kinder- hätten sich ebenso um die Flasche gescharrt. Somit bleibt nur das Negative der Aktion an dieser Partei haften. PR nicht gelungen.
Ergänzend:
Natürlich sollen und müssen die Grünen sichtbar sein auf einer solchen Demo. Aber – und das wurde in den Kommentaren ohnedies schon öfters erwähnt – diese Form war aufdringlich und vereinnahmend. In meiner Sicht. Und – offensichtlich – in der Sicht vieler anderer. Und das meinte ich auch mit “kontraproduktiv” (angeregt durch ein Tweet von Sonja Schiff)
Am Rande:
Ein grüner Bezirksfunktionär kommentierte auf facebook: “ich finde, jedes politisch vernünftige menschenmeer gehört ordentlich eingegrünt, die leut können ja entscheiden, ob sie die lubas wollen oder nicht”
“Eingrünen” (?!?) #fail!
So eine Aufregung wegen ein paar Luftballönchen, lächerlich …
Anstatt sich parasitär an eine Initiative dranzuhängen (die Grünen waren seit Anbeginn die einzigen, die sich kontinuierlich und mit extrem viel Gegenwind für ein vernünftiges Asyl- und Bleiberecht eingesetzt haben), könntet ihr Suderanten ja das nächste Mal selber was auf die Beine stellen!
@ Trafi: Wir “könnten” nicht. Wir “haben”. Wir alle haben diese Veranstaltung mit auf die Beine gestellt.
Und: Ja, die Grünen haben sich kontinuierlich und mit extrem viel Gegenwind für ein vernünftiges Asyl- und Bleiberecht eingesetzt. Deshalb schätze ich sie unter anderem.
Aber dann verstehe ich nicht, wieso man derart wutentbrannt (“Pfui gack!”, “scheiße!”, “unappetitliche Vereinnahmung”) aud Mitorganisatoren und “Kollegen” reagiert.
Auf dem Bild oben stechen ja genauso auch zahlreiche rote Fahnen hervor, und es hat vor dem Ballhausplatz Stände der SLP, RSO, ATTAC, usw. gegeben.
Ich finde, gerade bei solchen enorm wichtigen Veranstaltungen sollte man gemeinsam an einem Strang ziehen, und nicht im Nachhinein gegenseitig streiten und sich anfeinden.
@ Trafi: Stände und Anwesenheit sind ja ok bis super. Aber das flächendeckende ist mir eben massiv aufgestoßen. Und ich formuliere generell hier im Blog emotionell bis keck. Gerne & zumeist im Sinne der Grünen. Zugegeben: es gibt schlimmeres, aber ich hab eben meine Eindrücke hier festgehalten und zur Diskussion gestellt. Mir gings nicht um “anfeinden” und “streiten”. Und ich hab auch nicht das Gefühl, dass das hier passiert.
Danke, Danke, Danke für diesen Artikel!!!
Mir gings genauso, hat mich massiv verärgert. So was schadet den Grünen UND der Demo. Die Grünen waren auch nicht Mitorganisatoren. So wird etwas überparteiliches ins Eck gedrängt.
Schlimmer wäre nur noch wenn in der Donau ein toter Fisch gefunden wird der an einem grünen Luftballon verendet ist…
UND ich könnt noch ein sarkastisches Scheuferl nach legen: die meisten Luftballons wurden Kindern gegeben (no na), da fallen mir nur die Begriffe “Vorbildwirkung”, “politische Werbung mit Kindern” und “Wertevermittlung” ein… :)
Übersehen hast du, um die Schlussbemerkung aufzugreifen, dass Luftballone nicht aus Plastik sind. 8-)
@ Michael: Danke. Benjamin hat oben auch kommentiert: “Als ich dann einen der Grünen auf die Problematik “Erdöl-Müll dank Grüner” (in BP Farbe) angesprochen habe, hat mir dieser recht freundlich erklärt, dass diese aus Kautschuk hergestellt wären. Er fände das dennoch ökologisch problematisch, aber es wäre die kostengünstigste Variante der Werbung.“
OK :) Ich hoffe der Aufdruck ist aus Lebensmittelfarbe? :)
Meine Frage an dich Franz Joseph und an die LeserInnen dieses Blogs ist: Wie sollen sich die Grünen in Zukunft verhalten?
Parteien sind Pfui Gack, Parteiveranstaltungen sowieso. Wahlwerbung sicher auch, Infostände werden kaum wahr genommen, aber die Grünen sollen gefällligst stärker werden, damit nicht bald die Blauen in Wien regieren.
Konstruktive Lösungsansätze erbeten :)
@Wolfgang es ist mir neu, das man mit Luftballons stärker wird und wenn ihr eure zeit gerne mit ständen am Simmeringer Straßenfest vertun wollt, dann ist euch das auch unbenommen.
Wirklich stärker werden die grünen erst werden, wenn sie zum beispiel nicht mit einer an Harmlosigkeit zu überbietenden klubobfrau bei imzentrum auffahren. Ansonsten stellt sich nämlich die Frage, wofür es überhaupt stärkere grüne braucht
@gerald bäck Danke für die konstruktive Beantwortung der Frage und wir beginnen sogleich mit der Demontage unserer Klubofrau
@Wolfgang
“Meine Frage an dich Franz Joseph und an die LeserInnen dieses Blogs ist: Wie sollen sich die Grünen in Zukunft verhalten?
Parteien sind Pfui Gack, Parteiveranstaltungen sowieso. Wahlwerbung sicher auch, Infostände werden kaum wahr genommen, aber die Grünen sollen gefällligst stärker werden, damit nicht bald die Blauen in Wien regieren.
Konstruktive Lösungsansätze erbeten :)”
Sehr gerne.
Ich bin überzeugt, wir Menschen sind in der Lage, sogar ganze Sätze zu verstehen.
Was da einem auf Wahlplakaten an Dümmlichem und Dünnem ins Gesicht geschlagen wird, mit welch enthirnten aber aufwändigst hergestellten Postwurfsendungen unsere Briefkästen zugemüllt werden, mit welch sinnfreien Botschaften diese Parteien sich erdreisten, unseren Intellekt zu beleidigen und unser Geld zu verjubeln, haben unsere Vorfahren wahrlich lange genug erdulden müssen.
Nun sind wir in einer Zeit, in der das, was zu Beginn unserer wunderbaren Internet-Ära versprochen wurde, Realität wurde. Wir haben Kommunikationsmöglichkeiten und nutzen diese. Darum sind wir gekommen. Darum konnten wir uns austauschen und sehen wir deine wunderbaren Arbeiten auf WienTV.org und die anderer in der Blogosphäre. Und darum werden neue konstruktive Wege gegangen, denn es ist zu spät im Sandkasten zu spielen und “Politik zu spielen” angesichts real existierender uns alle bedrohender Probleme -> http://coalitionofthewilling.org.uk
Luftballons, Wahlzetterl, Wahlpickerl, Gratiskugelschreiber, Fussballketterl und aus wenigen Worten zusammengebastelte Dumpfheiten wie “Freiheit” oder “lass uns über bildungspolitik reden. am besten auf deutsch” und dabei so offensichtlich zu zeigen, wie wenig der Inhalt zählt (oder schreibt sich ein deutscher Satz so?) ist einfach sowas von old-school.
Geht zu den Leuten. Trefft sie dort wo sie sind. Von mir aus – lernt von den Blauen und anderen Feinden – redet mit den Kids auf der House-Party. Macht tolle Guerilla-Werbung. Kommuniziert auf allen Social Media Kanälen und bietet INHALTE, stellt euch Diskussionen, fördert Innovation, seid Teil des Schwarms. Macht was. Und auch gegen die Korruption, die sich in diesem unserem schönen Land gern das Deckmäntelchen der Mentalität/Tradition gibt und Innovation und Veränderung behindert respektive zerstört.
Und zum Thema Werbung:
Was mir hingegen sehr gut gefallen hat, war die Werbung von Amnesty International. Freundlich und unaufdränglich bekam ich ein Blatt in die Hand. Hier wurde auf anspruchsvolle Weise in einem ausgezeichneten Formulierstil der Inhalt vermittelt.
Nicht die Luftballons der Grünen haben mich gestört, sondern die Abwesenheit roter und schwarzer Luftballons. Das ist doch die eigentliche Tragik: Keine andere Partei hat ein Problem mit Österreichs Asylpolitik.
@ Wolfgang:
Du überinterpretierst mich. Ich habe nicht gesagt, dass “Parteien” generell “Pfui Gack” sind, auch nicht: “Parteiveranstaltungen sowieso. Wahlwerbung sicher auch, …”.
Mich hat’s primär auf dieser Veranstaltung (Stichwort: Zivilgesellschaft) gerissen; diese brutale Präsenz, dieses: Jetzt zaubern wir aus der Demo ein Grünen-Meer. Ich habe auch an konkrete Menschen gedacht, die mit den Grünen einfach nix anfangen können, aus ganz anderen Richtungen kommen und mit mir/uns gemeinsam trotzdem gegen diese Politik demonstrieren wollten. Solchen Leuten ist es nicht zumutbar, wenn sie plötzlich das Gefühl bekommen, sie seien auf einer Parteiveranstaltung. Und ich (!) habe das eben dort so empfunden.
Generell: Ja zu Parteiveranstaltungen, wenn sie als solche erkennbar sind; und die Leute nicht erst dort erfahren, dass sie auf einer solchen sein könnten.
@Franz Joseph:
Die Kritik ist ja angekommen, wie ich schon im ersten Kommentar geschrieben habe und ich kann sie auch nachvollziehen. Im Übrigen sind wir ja ein heterogener Haufen in dem es auch viele gibt die mit deiner Ansicht 100% übereinstimmen.
Mir gehts eigentlich nur um die Frage wie “die Grünen” sich dann wenn es um “ihre” Themen geht mit denen sie alleine auf weiter Flur stehen, präsentieren können.
Ich finde es nämlich problematisch, wenn die vielen Menschen die nicht grün affin sind, nicht wissen wer mit den Menschen die für Humanität stehen, solidarisch ist.
Du hast die SJ Fahnen nicht erwähnt wie auch sonst niemand und einen SPÖ Scholten auf der Rednerbühne.
Ist es uns lieber wenn die SPÖ die diese Gesetze mitbeschließt, als Partei der Humanität da steht, während sie Bettlerverbot §278 und Minisicherung mit beschließt?
Mir nicht.
Jedenfalls danke für die Diskussion, sie ist wichtig!
P.S.: Saugeiles Video da rechts oben ;)
@Wolfgang
ich war die mit dem von Franz Joseph angeführten “Kontraproduktiv-Tweet”.
Als ehemalige Grün-Politikerin in der Stadt Salzburg verstehe ich das Bedürfnis gesehen zu werden sehr gut. Politik lebt davon wahrgenommen zu werden, keine Frage. Daher hier meine Gedanken:
Die Demo war überparteilich. Das heisst ein SPÖ- Scholten soll seinen Platz haben (ich fand es wichtig, daß ein “Alter” aus der SPÖ aufsteht und das Wort ergreift), wie auch grüne Ballons ihren Platz haben sollten. Aber die Menge machts aus!
Es war das Meer von grünen Ballons, die mich am Livestream nervten, daß der Eindruck entstand es wäre eine grüne Partei-Altion. Und DAS ist kontraproduktiv- denn ich bin davon überzeigt, daß auch viele ÖVP- und SPÖ-WählerInnen sich mit dieser Asylpolitik nicht einverstanden erklären……aber eben nicht Grüne sind oder werden wollen. Die Aktion war überparteilich, es ging um Arigona und um die Asylpolitik. Nicht um Euch und mehr Stimmen im Wien-Wahlkampf.
Ich bin davon überzeugt, daß Grün-WählerInnen Eure immer währende mahnende Stimme schon lange vernommen haben. Sie ist nicht zu überhören!! Grüne WählerInnen brauchten die grünen Ballons nicht. Sie wissen warum sie euch wählen.
Ich bin mir sicher, daß ihr auf der anderen Seite mit der Flut an grünen Ballons keine einzige Stimme gewonnen habt!!
Jaja ich weiss, es geht darum mehr Menschen als WählerInnen zu gewinnen! Mit Luftballons??? Sorry……
Wie die Grünen sichtbar werden können?
Mit Kompetenz, langem Atem, einer weniger verkopften Sprache, weniger verkopften Kampagnen…..spannenden Aktionen…..interessanten (weniger angepassten) PolitikerInnen……
Liebe Sonja, den Tweet habe ich nicht gelesen und beziehe mich deswegen auf das was du hier schreibst.
1., Danke fürs Livestream schauen, Arigona tut das auch ;)
2., Die Lösung ist, ich zeig die Ballons nicht mehr *fg*
3., Du hast Recht, die Grünen müssen bisherige NICHT Grün Wähler gewinnen.
Dass das nicht mit Luftballons geht ist klar, aber mit der von dir angesprochenen Kompetenz.
Ich nicht, aber “die Grünen” haben mehr Kompetenzen als wahr genommen werden und ja sie sind zu verkopft. Hier in Wien wurde das nicht nur erkannt, sondern wir sind dabei es zu ändern. Die Anstrengungen dazu sind massiv und es ist zu hoffen dass das auch vom Wähler erkannt wird.
Womit wir wieder bei den Ballons oder anderen profanen Dingen wären.
Wir in Favoriten bringen die Leute mit einem Bus in den böhmischen Prater und vor allem ältere Menschen und Schrebergärtner lieben uns dafür.
Komisches Gefühl für einen Favoritner Grünen ;)
Es gab übrigens ein Arigona Benefiz welches wenig Beachtung fand und das gibts in voller Länge OHNE Ballons zu sehen
http://www.ustream.tv/recorded/7958891
@wolfgang
das mit dem böhmischen prater finde ich sehr nett :-))
alles gute für die wien-wahl!
@sonja
danke! :D
@Sonja Danke!
@Wolfgang ich hoffe für die Grünen in Wien, dass sie das wirklich verstanden haben, bis jetzt habe ich leider nichts davon gemerkt, das mit dem Bus im Favoriten sticht als einziges Projekt positiv hervor.
Das ist für mich gerade in Wien das Dilemma: Immer heißt es, es geht nur um die Inhalte, die Inhalte stehen über den Einzelpersonen, aber bei allen Streitereien (8. Bezirk, 6. Bezirk, 11. Bezirk) oder bei allen Entscheidungen (VdB) geht es eigentlich immer nur um Personen bzw. den Streit zwischen diesen, also um Atmosphärisches. So macht man keine Sachpolitik. Und da passen die Luftballons, als “kleinster gemeinsamer Nenner” (leider) recht gut dazu.