Van der Bellen goes Rathaus. Oder doch nicht?

Van der Bellen goes Rathaus. Oder doch nicht?

Vorab: Ich bin Alexander-Van-der-Bellen-Fan. Und ich bin es bereits gewesen, als ich noch der Sozialdemokratie die Stange gehalten und mit zunehmendem Bauchschmerz meine Stimme gegeben habe.

Nun kandidiert VdB in Wien. Grundsätzlich super. Der ehemalige Bundeschef der Grünen verfügt über ausreichend Glanz, Klugheit, Vertrauen und Beliebtheit, um WählerInnen den Weg zu den Grünen zu erleichtern. Das kann der Grünpartei nur Stimmen bringen und keinesfalls schaden. Er wird – wie ich auf wien.gruene.at lese – von hinterer Listenplatzierung “um Vorzugsstimmen für ein grünes Direktmandat kämpfen“. Fein so.

Was mich aber generell immer wieder bei Solidaritäts-, Popularitäts- oder sonstigen speziellen Vorzugsstimmenkandidaturen ankotzt, gilt auch hier für die Grünen. Ich lese nämlich weiter:

Im Falle einer rot-grünen Regierung in Wien würde er jedenfalls sein Gemeinderatsmandat annehmen und auch für fünf Jahre in der Wiener Kommunalpolitik bleiben.

Was jetzt? Wenn sich die Roten gegen eine grüne Regierungsbeteiligung aussprechen und die von mir hochgeschätzte Rot-Grün-Variante nicht kommt, bleibt Van der Bellen im Nationalrat – selbst dann wenn er ausreichend Vorzugstimmen erhalten und den Einzug ins Rathaus geschafft hat? Wie soll mensch das bitte den VorzugstimmenwählerInnen erklären, die ihm vorher das Vertrauen geschenkt haben? Sind diese Stimmen dann fürn Hugo? Oder einfach ein Aufmotzer des grünen Ergebnisses?

Wer kandidiert und gewählt wird, muss im Falle seiner/ihrer Wahl das Mandat auch annehmen. Oder zumindest nicht vorher schon wissen, dass er/sie es nicht annehmen wird. Vielleicht etwas kleinlich von mir. Aber diese Optik gefällt mir einfach nicht.

Foto von Martin Juen via Flickr/gruenewien

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