Diese Woche feiert mein persönlicher McDonald’s Boykott seinen ersten Jahrestag. Die vielen Jahre davor habe ich mächtig Burger und derlei dort verzehrt. In den wirklich fetten Jahren sogar in recht üppigem Ausmaß.
Dass McDonald’s keine weiße Weste zu haben scheint, war immer klar. Und dennoch haben mich die Restaurants angezogen. Als Kind empfand ich den Mäci – wie er in Wiener Kreisen gerne genannt wird – sogar als ausgesprochen cool. Als die erste Filiale 1978 in Wien eröffnete, pilgerte meine Familie immer wieder vom fernen Simmering am Schwarzenbergplatz, um sich über das damals noch recht übersichtliche Angebot zu stürzen. Als in den frühen 80ies dann auch noch die erste Filiale im Heimatbezirk aufmachte, löste dies in unserer Schule regelrechte Freudenhysterie aus. Junk-Food um die Ecke. Super!
Mein Entschluss, diesem Konzern keinen Cent mehr über die Budel zu reichen, wurde ausgelöst durch Klaus Werner-Lobos Buch „Uns gehört die Welt“. Wenn du hier geballt liest über die Hintergründe der Futtermittelproduktion und die massive Ausbeutung in Zulieferfirmen und im Verkauf, wird dir von alleine schlecht. Ich hab mir den Boykott als solchen nicht vorgenommen, er war und ist die logische Konsequenz. Und: ich bin kein Heiliger deshalb, das weiß ich. „Uns gehört die Welt. Macht und Machenschaften der Multis“ (erschienen 2008 bei Hanser) beschreibt vieles anderes ungeheuerliches über Marken, die sich zugegebenermaßen auch in meinem Haushalt finden. Locker und lesefreundlich geschrieben. Empfehlenswert. Und 2010 aktualisiert als Taschenbuch erschienen.

