Autos raus aus Wien

Autos raus aus Wien

Neulich habe ich auf Facebook und Twitter folgende Frage gestellt: „Gibt’s eigentlich irgendeinen Grund bzw. Vorteil, innerhalb Wiens mit dem Auto zu fahren?“

Die Antworten waren erwartungsgemäß unterschiedlich. Neben diversen Neins wurde von BefürworterInnen hingewiesen auf: Transport von Gegenständen, Navigationssystem, kein Kontakt zu Menschen, lange Öffi-Wege, Bequemlichkeit, Freiheits- und Komfortbedürfnis, Fahrten in der Nacht, schlechte Öffi-Verbindung, Musik hören, singen, Heizung, Klimaanlage. Alles durchaus nachvollziehbar.

Aufgefallen ist mir, dass teilweise fix davon ausgegangen wird, dass eine derartige Fragestellung automatisch die Autofahrerei angreift. Stellst du das Autofahren in der Großstatt in Frage, giltst du als „Erz-Grüner“ (Facebook-Zitat), Öko-Träumer und als jemand, der anderen etwas wegnehmen möchte.

Ich fahre an sich gerne mit dem Auto. Vor allem im Freiland. Längere monotone Strecken. Das hat was. Da kommt mensch gut weiter, kann denken, singen und derlei. Und ich kenne mich auch als jemanden, der sich trotz Staugefahr und Parkplatzmangel in ein Auto setzen kann, um in Wien von A nach B zu gelangen.

Seit etwa einem Jahr habe ich kein Auto. Ich muss mich anders fortbewegen. Nachdem mich die Öffi-Fahrt manchmal nervt, bin ich zunehmend aufs Rad umgestiegen und gehe viel zu Fuß. Und habe dabei Perspektiven kennen gelernt, die mich zum Nachdenken bringen.

Zum einen geht zu Fuß mehr weiter, als mensch denken mag. Zum anderen bist du vor allem mit dem Rad in Wien definitiv immer am schnellsten. Du kurvst an all den Autos vorbei und landest unmittelbar dort, wo du hin möchtest. Nix Parkplatzsuche, nix Stau, nix Bimwarten.

Aber was mir vor allem ins Gehirn geschossen ist: Mit welcher Selbstverständlichkeit eigentlich das Auto in der Großstadt seinen Erstanspruch einnimmt. Egal, wo du hinsiehst, alles in der Stadt richtet sich nach den Autos. Sie stehen überall herum, fahren zu jeder Tages- und Nachtzeit. Unzählige Einrichtungen (Ampel, Zebrastreifen, …) prägen das Stadtbild, nur damit Menschen beim bloßen Herumgehen nicht überfahren, verletzt oder getötet werden. Kein anderes derart riesiges Ding darf ich einfach so in der Gegend rumstehen lassen; das Auto schon. Warum eigentlich?

Natürlich gibt’s Erfindungen, die wir uns nicht mehr wegdenken möchten (und das ist auch gut so), aber das Auto nimmt im Stadtbild für mich eine unveränderbare Position ein, die mich zunehmend nervt.

Zu gerne würde ich einen Tag erleben, wo ganz Wien funktioniert wie der grüne Prater. Ich kann querfeldein herumgehen, wo und wann ich will. Der öffentliche Raum gehört den Menschen und nicht den Autos.

Dieses Bild vermittelt mir Lebensqualität pur. Klingt doch ganz easy und wird trotzdem als Spinnerei abgestempelt. Seltsam. Es wird zur Spinnerei gemacht. Von den anderen. Denn so selbstverständlich mir der Wunsch nach freiem öffentlichen Raum erscheint, weiß ich natürlich, dass ich diesen Zustand nie erleben darf. Schade eigentlich.

Foto via flickr by bsktcase (CC-Lizenz)

Neulich habe ich auf Facebook und Twitter folgende Frage gestellt: „Gibt’s eigentlich irgendeinen Grund bzw. Vorteil, innerhalb Wiens mit dem Auto zu fahren?

Die Antworten waren erwartungsgemäß unterschiedlich. Neben diversen Neins wurde von BefürworterInnen hingewiesen auf: Transport von Gegenständen, Navigationssystem, kein Kontakt zu Menschen, lange Öffi-Wege, Bequemlichkeit, Freiheits- und Komfortbedürfnis, Fahrten in der Nacht, schlechte Öffi-Verbindung, Musik hören, singen, Heizung, Klimaanlage.

Interessant erscheint mir, dass teilweise fix davon ausgegangen wird, dass eine derartige Fragestellung automatisch die Autofahrerei angreift. Stellst du das Autofahren in der Großstatt in Frage, giltst du als „Erz-Grüner“ (Facebook-Zitat), Öko-Träumer und als jemand, der anderen etwas wegnehmen möchte.

Ich fahre an sich gerne mit dem Auto. Vor allem im Freiland. Längere monotone Strecken. Das hat was. Da kommt mensch gut weiter, kann denken, singen und derlei. Und ich kenne mich auch als jemanden, der sich trotz Staugefahr und Parkplatzmangel in ein Auto setzen kann, um in Wien von A nach B zu gelangen.

Seit etwa einem Jahr habe ich kein Auto. Ich muss mich anders fortbewegen. Nachdem mich die Öffi-Fahrt manchmal nervt, bin ich zunehmend aufs Rad umgestiegen und gehe viel zu Fuß. Und habe dabei Perspektiven kennen gelernt, die mich zum Nachdenken bringen.

Zum einen geht zu Fuß mehr weiter, als mensch denken mag. Zum anderen bist du vor allem mit dem Rad in Wien definitiv immer am schnellsten. Du kurvst an all den Autos vorbei und landest unmittelbar dort, wo du hin möchtest. Nix Parkplatzsuche, nix Stau, nix Bimwarten.

Aber was mir vor allem ins Gehirn geschossen ist: Mit welcher Selbstverständlichkeit eigentlich das Auto in der Großstadt seinen Erstanspruch einnimmt. Egal, wo du hinsiehst, alles in der Stadt richtet sich nach den Autos. Sie stehen überall herum, fahren zu jeder Tages- und Nachtzeit. Unzählige Einrichtungen (Ampel, Zebrastreifen, …) prägen das Stadtbild, nur damit Menschen beim bloßen Herumgehen nicht überfahren, verletzt oder getötet werden. Kein anderes derart riesiges Ding darf ich einfach so in der Gegend rumstehen lassen; das Auto schon. Warum eigentlich?

Natürlich gibt’s Erfindungen, die wir uns nicht mehr wegdenken möchten (und das ist auch gut so), aber das Auto nimmt im Stadtbild für mich eine unveränderbare Position ein, die mich zunehmend nervt.

Zu gerne würde ich einen Tag erleben, wo ganz Wien funktioniert wie der grüne Prater. Ich kann querfeldein herumgehen, wo und wann ich will. Der öffentliche Raum gehört den Menschen und nicht den Autos.

Dieses Bild vermittelt mir Lebensqualität pur. Klingt doch ganz easy und wird trotzdem gerne als Spinnerei abgestempelt. Seltsam eigentlich. Und es dürfte auch Spinnerei sein. Denn so selbstverständlich mir der Wunsch nach freiem öffentlichen Raum erscheint, weiß ich, dass ich diesen Zustand nie erleben darf. Schade.

Foto: flickr by bsktcase (CC-Lizenz)

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