Wie tragbar sind Facebook-FreundInnen von HC Strache?

Wie tragbar sind Facebook-FreundInnen von HC Strache?

In den letzten Wochen kündigen viele Facebook-UserInnen ihre entsprechende “Freundschaft” zu Menschen, die im selben Netzwerk auch mit HC Strache befreundet sind. Sogar eine Gruppe zum Thema wurde gegründet: “Gemeinsame Freunde mit HC Strache? Nein danke…“.

Nicht alle halten diesen Schritt für nachvollziehbar. Das Blog “Alte Knacker” bezeichnet ihn (durchaus der eigenen Linie entsprechend)  als “kindisch und kurzsichtig“. Gerald Bäck zweifelt am Sinn und sieht eher eine Modeerscheinung dahinter.

Ich selbst hatte drei Menschen in meinem Facebook-FreundInnenkreis, die nicht nur mit mir, sondern eben auch mit HC Strache befreundet waren. Und ich habe gezögert, diese zu entfrienden. Eine kleine Prise “Scheiß drauf!” jagte mir durch den Schädel und den Vorwurf des Trendreitens wollte ich mir obendrein ersparen. Bis ich’s gemacht habe: quasi aus heiterem Himmel – die entsprechenden Friends kannte ich nicht mal richtig. Und ich bekam Schulterklopf und Prügel dafür. Egal.

Durch diesen Schritt und die vermehrte Kommunikation im Netz zum Thema habe ich allerdings begonnen, darüber nachzudenken. Der Knackpunkt der Frage, ob entsprechende Skepsis angebracht sei oder nicht, steckt meines Erachtens im Facebook-Wörtchen “FreundIn”. Würde Facebook von “Kontakten” sprechen, wäre das alles überhaupt kein Thema. Es sind aber “FreundInnen”. Und die Definition von Freundschaft ist schon im Offline-Leben nicht einfach – und jetzt eben auch online immer wieder auseinander driftend. Alleine die unterschiedliche Anzahl an FreundInnen auf Facebook zeigt, wie abweichend einzelne UserInnen ihre Facebook-Freundschaften definieren. Wer 2500 Friends hat, vermittelt ein ganz anderes Bild, als jemand, der/die seine/ihre 25 privaten Kumpels bei Facebook geaddet hat.

Die gern gestellte Frage: Soll die politische Einstellung eines Menschen meine (wenn auch nur Facebook-)Freundschaft beeinflussen? Nicht unbedingt. Ich selbst bewege mich eher in grünem und linkem Umfeld und pflege natürlich auch freundschaftliche Kontakte zu konservativen und mehr rechts orientierten Personen. Kann durchaus prickelnd sein, mit FreundInnen, die mensch grundsätzlich mag, über abweichende Perspektiven zu diskutieren, dabei Bier zu trinken und sonstigen Schwachsinn zu labbern.

Aber bei Strache? Bei dieser FPÖ? Da muss und will ich das anders sehen. Rassismus ist keine politische Einstellung, sondern ein Delikt! – auch schon etwas abgedroschen (ich weiß), aber immer noch sehr stimmig für mich. HC Strache (auf Facebook und überall anders auch) vermittelt eben mehr als nur eine “politische Einstellung”. Da geht’s um Hetze, Auseinanderdividieren und Angstmachen. Wer festhält, mit so jemandem (in welcher Form auch immer) “befreundet” zu sein, muss auch entsprechend Verantwortung dafür übernehmen. Das ist nicht nix.

Bei diesen meinen Gedanken geht’s mir weniger um meinen konkreten Fall (meine 3 FB-Ex-FreundInnen werden’s nicht merken und sicher verkraften), sondern um die generelle Frage, ob die FB-Freundschaftskündigungswelle nachvollziehbar ist oder nicht.

Gemeinsame Freunde mit HC Strache? Nein danke…